Cornelia Rother

Liebe Leserin, Lieber Leser,

Beshkan, das Online-Journal zum Orientalischen Tanz, zu Kunst und Kultur des Orients, und das erste deutschsprachige Online-Museum für den Orientalischen Tanz dient der Information und des Austausches. Es geht darum sich dem Orient auf eine Weise zu zuwenden, die Raum für Entdeckungen, Erstaunen, Erkenntnis und Freude läßt.

In den Ländern, die wir heute dem Orient geographisch zu ordnen, leben mehr als 600 Millionen Menschen, in 29 Nationen. Jede dieser Nationen hat ihre eigene Kultur, Sprache, Religion, Politik, u.s.w.. Beshkan wendet sich dagegen, diese Menschen vor allem als "Bedrohung" wahrzunehmen.

In unser westlichen Medien-Berichterstattung wird mehr oder weniger ausschließlich über Fundamentalisten und Terror berichtet. Hier handelt es sich um Verbrechen, die nicht nur gegen den Westen und / oder Christen gerichtet sind, sondern auch gegen Muslime selbst. Diese Verbrechen sind abscheulich und zu ahnden.

Mesopotamien

Es gibt da aber noch etwas anderes! Nämlich Menschen, die ihre Familien lieben, die ihrer Arbeit nachgehen, die ihren Glauben praktizieren, die ihre Kultur leben.

Dem Normalen also, dem Alltäglichen wendet sich Beshkan zu. Das Online-Journal versteht sich als Raum, der es erlaubt den Orient als Bereicherung wahrzunehmen. Man mag das naiv nennen - nur zu, das ist gewollt. Ich möchte meinen: ohne eine gewisse "Unwissenheit" kann man nicht staunen und nicht lernen.

Wir wollen Verstehen - nicht nur die Anderen, sondern auch uns selbst. Schließlich liegt die "Wiege der Menschheit in Mesopotamien", nicht wahr?

Maurische Fürsten. Illustration von 1880

Und vielleicht sollten wir auch nicht wirklich vergessen, das die europäische Kolonialiserung Nordafrikas und des Nahen Ostens erst in den 1960ziger Jahren ihr Ende fand.

Wir begeben uns auf die Suche nach Gemeinsamkeiten und Andersartigkeiten. Denken wir, an die kulturelle und
religiöse Situation in "al-Andalus" zurück, dann darf man wohl feststellen, dass sich Christen und Moslems etwas zu sagen hatten und haben, und voneinander lernen können.

Natürlich vorausgesetzt: wir wollen!

Ihre Cornelia Rother
Herausgeberin
Dezember 2011


Liebe Elham,
als Du 2006 das Online - Journal "Beshkan" gegründet hast, war es Dein Anliegen den Lesern die Vielfalt und Schönheit der orientalischen Kulturen näher zu bringen. Wer könnte das besser als Du! Als gebürtige Perserin und deutsche Weltbürgerin verbindest Du in Deiner Lebenserfahrung den Orient mit dem Okzident.
Mit weit über 100.000 echten Zugriffen auf die Artikel von Beshkan, hast Du Dich in die Herzen der Leser/innen "geschrieben", und uns einen Weg geebnet, den Orient weit weg von den Extremen zu erleben. Dafür möchte ich Dir danken.

Das ehemalige Logo von "Beshkan"


Nun hast Du Dich, aus beruflichen Gründen, entschlossen die künftige Verantwortung für Beshkan in meine Hände zu legen.
Seitdem ich 2006 in Deinen Tanzkursen anfing den "Orientalischen Tanz" zu lernen, hat mich unaufhaltsam ein "Fieber" erfasst. Der Tanzunterricht, die Arbeit an unseren gemeinsamen Tanz-Theater-Shows, das Journal Beshkan und unsere Gespräche bei Tee und Nüssen haben mir eine vollkommen neue Welt eröffnet, die ich mit Leidenschaft betrete. Nun ich habe tatsächlich einen Vorteil. Es ist schon einfacher die Freundin zu fragen: "Du, wie macht ihr dies und das ? Wie steht ihr im Iran dazu?" Anstatt Bücher zu wälzen und irgendwie zu schätzen ´das machen die Menschen dort so und so`.
Liebe Elham, ich versichere Dir, dass ich als neue Herausgeberin von Beshkan Deiner Intension auch künftig folgen werde. Ich danke Dir von ganzen Herzen, dass Du mir das Vertrauen schenkst ein Journal zu führen, dass als Organ von Orient und Okzident dienen soll. Ich darf sagen, Danke ... und Hilfe ... unsere "Sag mal, wie macht ihr denn das eigentlich so - Teegespräche" werden nicht enden.

Deine Cornelia, 07. Dezember 2011


Editorial - Elham Raks 2006

Dr. Elham Eghbali

Salam liebe LeserInnen,
seitdem ich in Deutschland bin, träume ich von einem deutschsprachigen Online-Journal, welcher sich dem Tanz vor allem aber auch der Kunst und der Kultur des Orients widmet, eine Art „The Hip Circle“ oder „Gilded Serpent“ auf Deutsch. Um meinen Traum erfüllen zu können fehlte mir der Mut, die Zeit und einen Namen für den Journal. Den Mut habe ich der Begeisterung und Zustimmung meiner Schülerinnen und Kolleginnen bekommen, die Zeit (Naja, fragen Sie nicht, wie meine Wohnung aussieht, wer die Wäsche bugelt und was mein Mann zu Essen bekommt) und Beshkan, der Name ist mir eingefallen als eine iranische Freundin zu Besuch war. Sie begleitete mich zum Tanzunterricht und feuerte meine Schülerinnen mit ihrem kräftigen Fingerschnipsen (auf persisch „Beshkan“) an. Alle waren begeistert und der Rhythmus ging gleich so ins Ohr, dass sie ihre Hüften mit noch mehr Spaß bewegten. So soll Beshkan ein Organ sein, dass mit Freude und Spaß aus meiner Heimat berichtet. Aber auch den nötigen Raum bietet für das was wir nicht augenblicklich verstehen und das Leben im Orient bestimmt. Kultur, Kunst und vor allen Tanz sind Opfer des Fundamentalismus und damit leider auch des Tourismus geworden. Kaum sieht man im Orient eine Orientalin tanzen. Das was Touristen in den meisten Fällen sehen, ist ein billiger Abklatsch dessen was Hollywood sich in den 40ern des letzten Jahrhunderts ausgedacht hat. Mit orientalischem Tanz hat das nur am Rande zu tun. In meinem Land wird seit knapp drei Jahrzehnten nicht mehr getanzt, es sei denn im Geheimen. Damit ist uns ein wesentliches Element des Ausdrucks, der Energie und Lebensfreude genommen. Unvorstellbar hier in Deutschland, in einer Welt in der Tanz zum Alltag gehört, und niemand darüber nachdenkt das er oder sie Peitschenhiebe zu erwarten hat, wenn man ihn oder sie bei dem Tanzen auf einem privaten Fest erwischt. Die Kinder der vielen ausgewanderten Familien, diejenigen die mit emigriert sind und diejenigen die im Ausland geboren worden sind, beherrschen kaum ihre Muttersprache. Der iranische Lebensstil, die Feste, Traditionen und Zeremonien, sowie unsere Literatur, Theater und Malerei sind für sie fast unbekannt. Genauso wie wahrscheinlich für viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Umso schmerzhafter ist diese Situation für mich persönlich, weil ich glaube, dass die politische Lage in meinem Land, der allgegenwärtige Fundamentalismus und die weit verbreitete Angst vor Terror und Anschlägen unter meinen Landsleuten gleichermaßen wie in Europa und Amerika – vielleicht der ganzen Welt? - nicht dazu beiträgt, dass man sich vorurteilsfrei mit meiner Heimat befassen mag. So versteht sich Beshkan als Hoffnung. Hoffnung darauf einen Beitrag zu leisten von der persischen Kultur, der orientalischen Lebensfreude zu erzählen und Sie liebe Leserinnen und Leser daran teilhaben zu lassen. Fühlen Sie sich aufgefordert dieses Online-Magazin mit zugestalten, Ihre Eindrücke und Ihr Erlebnisse zu schildern. Ich freue mich mit auf eure Teilnahme und Einträge.

Ihre Elham, Va-salam, 28. Dezember 2006

 

Persischer Tanz