»Ich komme vom Rande der Salzwüste, ich schreibe am Abgrund der Welt, ich zweifle ...«
Mahmud Doulatabadi


Eine pechschwarze Regennacht in einer iranischen Kleinstadt, ein altes Haus. Der Colonel hängt seinen Gedanken nach. Erinnerungen stürmen auf ihn ein. An seine Jahre als hochdekorierter Offizier der Schah-Armee. An seine Kinder, die ihren eigenen Weg gingen, sich den Revolutionsgardisten Khomeinis angeschlossen haben und in den Krieg zogen, in die Leidenschaften der Revolution und des Todes. Durch die Gassen werden die gefallenen »Märtyrer« getragen, in der Stadt werden ihnen Denkmäler gebaut.

Es herrscht Krieg – »diese giftige, fleischfressende Pflanze«. Und im Haus sind Geheimnisse verborgen: Ein Sohn versteckt sich im Keller, gepeinigt von den Albträumen seiner Erinnerungen. Da klopft es an die Tür. Der Colonel wird abgeführt, zur Staatsanwaltschaft …

Mahmud Doulatabadi, der bedeutendste Schriftsteller des Iran, wirft mit diesem Roman ein Licht auf die Umwälzungen, die den Iran bis in die Gegenwart heimsuchen. (Unionsverlag)

Doulatabadi Mahmud

Der Roman »Der Colonel« schildert den Untergang einer Familie: eines Offiziers der Schah-Armee, seiner Frau und seiner fünf Kinder. Ihr Schicksal symbolisiert den Zerfall einer ganzen Gesellschaft, ausgelöst durch die Revolution von 1979. Der Schah wurde aus dem Land gejagt, die zweieinhalbtausend Jahre alte Monarchie in die Geschichte verbannt. Ein ganzes Volk stellte sich gegen die alte Ordnung, jeder hoffte auf bessere Zeiten, auf die Verwirklichung seiner Wünsche und Utopien, auf Freiheit und Unabhängigkeit. Doch die Situation, die wir im Roman antreffen, ist ganz anders: Es herrscht Chaos, die Grenzen zwischen Leben und Tod verschwimmen, an jeder Ecke steht ein Märtyrer-Denkmal, aus den Gassen vernimmt man Trauergesänge. Das Land steht abermals am Abgrund.

Mahmud Doulatabadi hat diesen Roman schon vor fünfundzwanzig Jahren begonnen, das Manuskript landete jedoch zunächst in der Schublade, wurde immer wieder herausgeholt und überarbeitet. Erst jetzt sei der Text reif, um veröffentlicht zu werden, sagte 2008 der Autor. Dass eine frühere Veröffentlichung den Strom der Geschichte hätte aufhalten können, das – so sagt er – sei eine illusionäre Forderung an die Literatur. Zudem habe er befürchtet, auch der Roman hätte der Wucht der Revolution zum Opfer fallen können. Dass der Roman in der Heimat des Autors bislang nicht im Original erschienen ist, sollte niemanden wundern. Das Manuskript liegt bei der Zensurbehörde und wurde bis zu diesem Datum nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

Bahman Nirumand, Berlin, im Februar 2009, (Mehr zum Buch)



Oh, du geheimnisvolles Persien,
Land der zauberhaften Moscheen,
Goldenen Kuppeln und Minaretts,
Ruinen, wilden Berge und Wüsten,
Der weisen Poeten, schönen Frauen,
Voller Geheimnisse aus 1001 Nacht,
Begrüße den dürstenden Wanderer,
Der da kommt aus dem Okzident!
P. M. R.


Auf dem Flug nach Teheran bemerkt Marcel, daß er die Schergen aus Nigeria nicht abschütteln konnte. Boomtown Teheran 1973: Der AFN Tehran, Lieblingssender der jungen, iranischen Intelligenz, sendet das Lied "Hoch auf dem gelben Wagen ..." mit Außenminister Walter Scheel. Marcel arbeitet auf der Internationalen Handelsmesse für die lokale Vertretung einer deutschen Firma. Anschließend absolviert er eine Schulung in München, wo er prompt mit dem MAD zusammenrasselt. War es wirklich nur ein Zufall?

Peter Roese

Nach der Rückkehr wird Marcel in Teheran auf offener Straße von den Volksmojaheddin angeschossen und anschließend übel behandelt. Die geheimnisvolle Leila verhlft ihm zur Flucht und kommt dabei um. Welche Rolle spielt Jphn, der amerikanische Ex-Oberst, der über gute Kontakte zur CIA verfügt, bei diesem Spiel? Die CIA scheint immer noch zu glauben Marcel sei mit seinem französischen Doppelgänger identisch, der in Nigeria bei dem Versuch, Präsident Gowon umzubringen, ums Leben kam.Was ist mit der hübschen blonden französischen Agentin Madeleine? Fragen über Fragen ... Und dann die abenteuerliche Fahrt nach Alamut, dem legendären Sitz der Assassinen, mit der lebensgefährlichen Unterbrechung ...

Dies ist keine Heldensaga, sondern die Geschichte eines jungen Mannes, der in die Fremde zog und dabei in Schwierigkeiten geriet. Folkloristische Einlagen bringen dem Leser Land und Leute näher, was ja heutzutage wichtig ist. Die beeindruckende Kultur des Iran und seine landschaftlichen Schönheiten bilden die Kulisse für einige atemberaubende Szenen ... weitere Details und eine Leseprobe siehe www.rhombos.de AFN Tehran.
Der 1944 in Erlangen geborene Peter M. Roese hatte Glück, denn eine Mischung aus purer Abenteuerlust und beruflichen Notwendigkeiten führten ihn rund um den Globus. Dabei ergab sich immer wieder die Gelegenheit Stoff für spannende Geschichten zu sammeln. "AFN Tehran" ist übrigens eine Art Fortsetzung des Afrika-Thrillers "Nigeria Connection" .