Mohammad Reza Shajarian links

Donnerstag, 14. June 2007, Text und Photos: Akhtar Ghasemi, Übersetzung ins Deutsche: ElhamRaks

Am 25. Mai 2007 trat Mohammad Reza Shajarian, Träger der Unesco „Mozart Medaille“ und der berühmteste Sänger aller Zeiten aus Persien, mit seiner Gruppe in der fast ausverkauften Kölner Philharmonie auf. Das Konzert in Köln gehörte zu seiner Europa-Tournee 2007 und wurde vom WDR veranstaltet. Begleitet wurde der Künstler von Majid Derakhshani (Tar), Saeed Farajpouri (Kamanche), Mohammad Firousi (Barbat) und seinem Sohn, Homayoon Shajarian, (Tombak und Gesang).
Farzin Darabi, selbst ein Tar-Spieler und ein Sculer von Majid Derakhshani begrüßte das Publikum auf Deutsch und Persisch und kündigte das Programm an. Obwohl das Publikum gebeten wurde keine Photos und Filme aufzunehmen, habe ich einige beobachtet, die ständig mit ihren Handys oder Kameras das Konzert aufgenom-
men haben.

Das gesamte Programm wurde vom WDR aufgenommen. Später habe ich mich erkundigt, dass an diesem Abend 2000 von 2100 Plätzen des Saales verkauft wurden. Mir ist aufgefallen, daß die Mehrheit des Publikums Europäer waren, eine Rarität bei der traditionellen persischen Musik. Das motivierte mich, einige Zuschauer bei einer günstigen Gelegenheit und während der Pause nach ihrer Meinung zu fragen.

Meine Nachbarin, eine junge Frau aus Litauen erzählte mir, sie habe durch den WDR vom Konzert erfahren und da sie sich für den Sufismus interessiere, aber als junge Europäerin Angst habe alleine nach Persien zu reisen,

Mohammad Reza Shajarian links

sei sie ins Konzert gekommen um vielleicht mehr über den Sufismus zu erfahren. Ich habe ihr erzählt,daß die traditionelle Musik anders sei als die Musik der Sufien obwohl die Gedichte der Sufi-Dichter gesungen werden und die Instrumente vielleicht gleich sind. Auch habe ich versucht sie von ihrer Angst zu befreien und nannte ihr Beispiele von allein reisenden Europäerinnen.

Ebenso habe ich drei junge Damen in der Reihe vor mir, die sich auf türkisch unterhielten nach ihrer Meinung gefragt. Vom Konzert haben sie auch durch den WDR erfahren, die persische traditionelle Musik finden sie authentisch und die Ähnlichkeit zur türkischen Musik gefällt ihnen, haben sie mir erzählt.

Als das Konzert begann herrschte absolute Ruhe im Saal, mir schien es so, als ob keiner der 2000 Zuschauer atmen würde.

Die Musik nahm mich mit, zurück in den Iran in die ersten Jahre nach der Revolution. Damals habe ich mit meinen Geschwistern und Verwandten zu den Liedern von Shajarian und Nazeri getanzt und die Lieder so oft gehört, bis wir sie alle auswendig konnten. Ich kämpfte mit den Tränen.

Shajarian´s Stimme brachte mich zurück in den Saal. Shajarian Junior sang mit dem Vater, für mich aus der Entfernung und ohne Brille war es fast unmöglich zu erkennen, welcher von den beiden sang. Der erste Teil wurde mit „Sarv e Chaman“ von „Hafez“ beendet. Ich habe meinen Wein auf „Hafez“, „Sa'adi“ und „Mowlana“ getrunken. Im zweiten Teil wurden Gedichte von „Sa'adi“ und „Mowlana“ gesungen. Die Gruppe kam nach ständigen Zugabe- rufen nochmal zurück auf die Bühne um „Saghia“ von „ Saeed Farajpouri“ vorzuführen.
Nach der Vorführung stürmte das Publikum zu den Künstlern um Autogramme zu bekommen. Ich habe weiter Leute nach ihrem Eindruck und ihrer Meinung befragt. Anna, die 22 jährige Studentin der Islamwissenschaften aus Freiburg erzählte mir in fließendem Persisch, sie sei schon zweimal nach Persien gereist, habe das Konzert sehr interessant gefunden und habe die Gedichte ziemlich gut verstanden. Es ist schon 23:30 als ich den Saal verlasse und in mein Auto einsteige. Den CD-Spieler lasse ich im Auto aus, denn ich will den himmlischen Klang des Konzerts in mir noch einmal wiederholen

Dieser Artikel ist eine Übersetzung des ursprünglichen persischen Artikels inGooya News