DAS!! Schminkutensil orientalischer Frauen

Samstag, 9. Juni 2007, von ElhamRaks

Persische Frau, Miniaturbild von Mohammad Tajvidi

Sormeh,(Persien, Indien, Pakistan), Mesdemet (im alten Ägypten) oder Kajal ist eines der ältesten und wichtigsten Schminkmittel in der Geschichte und der Vorfahr heutiger Augenkonturenstifte.

„Beliebt wie Sormeh“, ist ein Ausdruck in der persischen Sprache, der uns den Wert und die Bedeutung dieses unvermeidlichen Mittels verrät. Sormeh wurde über Tausende von Jahren von Männern und Frauen nicht nur als ein Schminkmittel, sondern auch als Pflege und Schutzmittel für die Augen verwendet. (Wüstenbewohner verwenden Sormeh als Schutzmittel gegen die Hitze der Sonne und gegen die Trockenheit. Der schwarzen Umrandung wird außerdem nachgesagt, Fliegen und andere Insekten abschrecken zu können. In Persien, verwenden ihn die Gebirgsbewohner als Schutzmittel wenn sich die Sonne im Schnee reflektiert.

Im alten Persien (und immer noch in den traditionsbewussten Familien) wurde Sormeh bereits am 6. Tag nach der Geburt bei dem Baby aufgetragen, er soll als ein antibakterielles Mittel, und als ein Schutzmittel vor dem bösen Auge funktionieren.

Die ältesten Beweise für Sormeh (Kajal) kommen von den Ägyptischen Reliefen. Die ägyptischen Pharaonen und ihre Ehefrauen benutzten Kajal auch aus religiösen Gründen, da das Auge ein Symbol für den Sonnengott Ra war.

Sormeh in Pulverform

Kajal wurde auch zur Mumifizierung verwendet und Sormeh-Fiolen sollten auch den Toten auf seiner letzten Reise begleiten. Später wurde Kajal oder Sormeh von Männern und Frauen aller sozialen Gruppen verwendet.

Sormeh wird nach einem traditionellen Rezept und in Form eines schwarzen Pulvers produziert und in Behältern aus Holz, Silber, Leder oder Elfenbein aufbewahrt und mit einem dünnen Stäbchen aus Holz, Horn oder Metall aufgetragen. Je nach Herstellungsort besteht Sormeh aus verschiedenen Mineralien und Pflanzenölen (Mandeln, Pfirsich, Aprikose).

Der moderne Kajal besteht aus verschiedenen Pflanzenölen (Aprikosenkernöl, Mandelöl, Kokosnussöl, Jojoba-
öl), Wachsen (Bienenwachs, Candelillawachs, Carnaubawachs), Glycerin, Talkum, Kohle (aus verbranntem Butterfett), Eisenoxiden und Eisenhydroxiden. Er wird in der Regel in Form eines Augenkonturenstifts verkauft und ist in einer breiten Farbpalette erhältlich.




Quellen

http://www.carnegiemnh.org/exhibits/egypt/kohlpot.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Kajal
Massoume Price, COSMETICS, STYLES & BEAUTY CONCEPTS IN IRAN
Michael Sones, Beauty and Fashion in Ancient Egypt
Encyclopedia Iranica, Ehsan Yarshater, Volume V, "Clothing", Mazda Publishers, Costa Mesa, California, 1992